Es kehrt wieder Leben ein!
Die Temperatur steigt, es wird Frühling, auch im Keller. Die wilden Hefen nehmen mit steigenden Temperaturen wieder ihre genussreiche Arbeit auf. Foto: 2017er PROBUS, 14°Oe 8g/l Säure am 21.04.2018
DER UHRAHN
Wiederbelebt: Der URAHN vom modernen Wein! Leider ausgetrunken. Der 2017er kommt im Juli in die Flasche!
CABERNET SAUVIGNON / MERLOT
Rotwein im Barrique gelagert. Ohne Schwefel!!!
Weinkeller Wellness
Hefemaske nach Abstich :-)
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NEUIGKEITEN AUS DEM WEINGUT

Traubenlese 2018 begonnen - COMMODUS gelesen!!!
Mit sagenhaften knapp 100°Oe starteten wir am 4. Sept. 2018 in die Traubenlese. So früh wie nie zuvor. Diese Qualität lässt uns auf einen hervorragenden COMMODUS hoffen!
Historisch frühe Weinlese dank des Super-Sommers?
Auch in der letzten Woche ging die Rebenentwicklung in einem atemberaubenden Tempo voran. Das zeigen die heutigen Reifemessungen (09.08. 2018), welche die Rekorde, die im bisher frühesten Weinjahr 2011 aufgestellt wurden übertreffen. Ich schätze einen 3,5 Wöchigen Entwicklungsvorsprung im vergleich zum langjährigen Mittel. Wie beständig diese Werte sind wird sich in den nächsten Wochen zeigen. Die frühreife Rebsorte Frühburgunder werden wir voraussichtlich bereits mitte-ende August lesen!!! Abb: Unser Frühburgunder am 09.08.2018
Historisch frühe Weinlese dank des Super-Sommers?
Auch in der letzten Woche ging die Rebenentwicklung in einem atemberaubenden Tempo voran. Das zeigen die heutigen Reifemessungen (23.Juli 2018), welche die Rekorde, die im bisher frühesten Weinjahr 2011 aufgestellt wurden übertreffen. Ich schätze einen 3,5 Wöchigen Entwicklungsvorsprung im vergleich zum langjährigen Mittel. Wie beständig diese Werte sind wird sich in den nächsten Wochen zeigen. Vereinzelt gibt es bereits Wasserstress auf den kargen Felsenköpfchen im Bremmen Calmont, was die Rebenentwicklung bereits hemmt! Abb: Frühburgunder am 23.07.2018
Infloreszenz - der Winzer sagt Geschein oder Blütenstand
Es ist der 21. Mai und der Riesling ist am blühen! Ungefähr drei Wochen vor der normalen Zeit. Der Grundstein einer langen Vegetationsperiode, bzw. eines sehr guten Jahrgangs ist gelegt! Ich kann mich nicht daran erinnern, dass die Rieslingblüte jemals so früh erfolgte.
Rebschnitt 2018
Heute am 20.02.2018 haben wir bei sonnigen aber kühlen Wetter mit dem Rebschnitt begonnen
DER URAHN
Wiederbelebt: Der Urahn vom modernen Wein!
CUVÉ-ERNST
Portugieser Weißherbst; nach langer Durststrecke endlich wieder im Flaschenlager!
Liebe Freundinnen und Freunde des guten Geschmacks!
 
„Alter Wein und junge Weiber sind die besten Zeitvertreiber”, so heißt es in einem alten Reim. Was das Femininum angeht, kann ich, und sicherlich auch die überwiegende Anzahl unserer männlichen Weinfreunde dieses nur bestätigen.
Beim Wein wird die ganze Sache jedoch erheblich komplizierter und sicherlich teilen sich hier auch die Meinungen. Der gute Geschmack ist nun mal ein individuelles Empfinden und nicht objektiv messbar. Aber dennoch durchlaufen Weine im Laufe ihres Lebens verschiedene Entwicklungsphasen. Sie verlau-fen in Abhängigkeit von Boden, Lage, Rebsorte, Klima, der Erntetechnik, und Behandlung von Maische, Most und Wein, der Weinart (Rot o. Weiß), innere Wertigkeit und Zusammen-setzung, Ausbau und Lagerbedingungen sehr unter-schiedlich verlaufen und in ihrem chronologischen Ablauf sehr stark differieren. „Alter Wein“ ist immer eine individuelle Bezei-chnung und muss mit dem jeweiligen Tropfen in Verbindung gebracht werden. Weine können nach zwei Jahren schon alt schmecken, aber auch nach 10 Jahren immer noch jugendlich frisch wirken.

Abb: Strukturformel von Flavon
 
Bei der Alterung von Weinen laufen vielfältige, teilweise noch unbekannte, komplizierte chemi-sche Prozesse ab. Große Bedeutung kommt vor allem der Oxidation, d. h. der Aufnahme von Sauerstoff durch phenolische Substanzen (Flavanoide), der Abnahme freier schwefliger Säure, dem Verlust von Kohlensäure und der Freisetzung von Aromastoffen zu. Hierbei ergeben sich zwischen Rot- und Weißweinen große Unterschiede.
Der Gehalt an Phenolver-bindungen liegt in Rotweinen zwischen 500 und 4000 mg/l. In Weißweinen schwankt der Wert zwischen 150 und 400 mg/l. In rotem Wein liegen  demnach 10-mal mehr Flavanoide als alterungsfähige Substanzen vor. Diese enorme Konzentrations-differenz rührt aus der vollends verschiedenen Trauben-, bzw. Maischeverarbeitung, auf die ich hier nicht weiter eingehen kann.
Flavanoide sind einerseits verantwortlich für Körper und Fülle, andererseits aber auch für Bitterkeit und Adstringens.
Sensorisch ergeben sich hieraus deutliche Unterschiede zwischen Rot- und Weißwein hinsichtlich ihres Alterungspotentials.
 
Abb: Beerenhaut und Kerne liefern den größten Teil der phenolischen Verbindungen.
Phenole schmecken, solange sie noch als einzelne Moleküle im Wein vorliegen, neutral. Stellen aber eine Vorstufe für bitter schmeckenden Gerbstoff dar. Durch Oxidation in Form von Sauerstoffzufuhr bilden sich aus einzelnen Gerbstoffmolekülen kurze Ketten die, bei einer Länge von ca. 15 Gliedern bitter schmecken. Damit geht zunächst eine Verstärkung des bitteren, galligen Geschmacks einher. Mit zunehmender Oxidation, bzw. Kettenwachstum bilden sich langkettige Molekülverbände, die für den vollen, samtigen und runden Geschmack reifer & hochwertiger Rotweine verant-wortlich sind. Im Weißwein stagniert das Kettenwachstum mangels Phenolkonzentration im Kurzkettenstadium.
Die gesamte chemische Zusammensetzung der Weine schwankt innerhalb breiter Grenzen. Grundlegend wird diese durch Klima,  Boden, Lage, Rebsorte, Art und Behandlung von Most und Wein beeinflusst. Für eine einwandfreie Beurteilung von Sortencharakter und Wein-qualität kommt den einzelnen Stoffinhaltgruppen wie Säuren, Zucker, Aminosäuren und Aromastoffen eine sehr unter-schiedliche Bedeutung zu. Zweifelsohne spielen die Aromastoffe, entsprechend ihrer ausgeprägten Wirkung auf die Sinnesorgane, die entscheidende Rolle.
Der Grund für den positiven Alterungsverlauf bei hohen Qualitäten liegt vermutlich in ihrem enormen Fundus glycosidisch gebundener, und somit sensorisch inaktiver(!) Aromastoffe (Terpene). Glyco-sidisch gebundenes Terpen bedeutet, dass ein entsprech-endes Terpenmolekül in einer hier glycosidischen Bindung genann-ten Etherbindung an einem Zuckermolekül haftet und infolge dessen sensorisch unwirksam ist. Glycosidisch gebundene Terpene bilden somit ein Bukettreservoir. Hier ist Wein aus vollreifen Beeren dem aus weniger reifen Lesegut sowohl in qualitativer, als auch in quantitativer Hinsicht weit überlegen. Die sensorisch wirksame Freisetzung dieser Aromastoffe durch Spaltung der glycosidischen Bindung im Laufe der Lagerung geschieht durch traubeneigene Enzyme.
Hier spielen die Lagertemperatur und -dauer, sowie der pH-Wert eine wichtige Rolle.
Einige Kollegen versuchen diesen Effekt mehr schlecht als recht durch Zugabe von industriellen Enzympräparaten zu beein-flussen.
 
Abb: An Zucker gebundenes Aroma ist sensorisch unwirksam.
Dementsprechend zeigen hoch-wertige Weine oft erst nach einer gewissen Lagerzeit ihr wahres Potential, welche in Anbetracht der Komplexität des Alterungs-prozesses sehr unterschiedlich ausgeprägt sein kann. Einfache Weine hingegen präsentieren sich meist jung und frisch am besten, sie bieten in den ersten Jahren den größten Genuss.
Unterstellt man, dass die Lagerbedingungen einigermaßen   einheitlich sind, -optimal konstant 13 Grad-, lassen sich unter Berücksichtigung des gerade Gelernten, für meinen Wein stark vereinfacht drei Entwicklungs-typen konstatieren:
 
 
Abb: Reifekurve von Wein (vereinfacht!)
 
Typ 1:
Einfache Weine bis ca. 80°Oe entsprechend unserem Preis-niveau bis 8,50€.
Diese Weine erreichen ihren Höhepunkt  nach ca. 1-2 Jahren, bleiben 2-4 Jahre auf diesem Niveau und bauen danach meist relativ schnell ab.
 
Typ 2:
Unsere mittleren bis hohen Qualitäten von 80-100° Oe. entsprechend unserem Preis-niveau 14,50€ - 42,50€.
Diese Weine entwickeln sich oft in einer Kurvenbewegung. In den ersten 2 Jahren durchlaufen diese Weine eine rasante Aufwärtsbewegung und errei-chen eine Art Zwischenhoch. Danach geraten solche Weine nicht selten in eine mehr oder weniger stark ausgeprägte Entwicklungskrise. Während dieser 6 manchmal 12 Monate andauernden Phase probieren sich die betroffenen Weine schlechter als in der Zeit zuvor! Hier sollte man abwarten und „Tee trinken”, was natürlich nicht wörtlich zu nehmen ist. Danach entfalten sich solche Weine erfreulich weiter und sind nach 6-8 Jahren „on the Top”. Bleiben dort für weitere 2-3 Jahre und bauen anschließend wieder langsam ab.
 
Typ 3:
Unsere großen Weine ab 100°Oe (Eiswein, Beeren- und Trockenbeerenauslesen) unterliegen in den ersten 6-10 Jahren einer beständigen, manchmal graduell steigenden positiven Reifeentwicklung. Solche Weine halten für weitere 10-60(!) Jahre dieses sehr hohe Niveau und bauen im Anschluss daran, -zumindest sensorisch-, ganz langsam ab.
Von der individuellen Wert-schätzung, den Gefühlen und den Erinnerungen die oft nach dieser Zeit an solchen Weinen haften will ich hier nicht reden. Diese Dinge machen aus einem solchen Wein eine wertvolle, unbezahl-bare Rarität.
Hat man solche Raritäten im Keller, sollte der Korken regelmäßig auf Unversehrtheit geprüft und eventuell ersetzt werden. Haben Sie diesbezüglich eine Entdeckung gemacht, sprechen Sie mich bitte an.
 
Ein beziffertes Alter sagt demnach wenig über den aktuellen Reifegrad eines Weines aus. Er hängt von vielen, teils unbekannten Faktoren, ab. Eine seriöse Prognose des Alterungspotentials ist nur möglich wenn man all diese Fakten kennt. Und das sind neben dem Winzer meist nur sehr wenige Menschen!
 
Ihr Joachim Schumacher

Weingut Schumacher

 

Am Moselstausee 32

 

56858 St. Aldegund

 

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E-Mail: joachim-schumacher@vinotheca-sutoris.de

 


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